DIE STILLE / ERÖFFNUNGSPREMIERE THEATER NEUMARKT / ZÜRICH 2025
VIER MENSCHEN, TRAURIG AM STRAND. DER WIND HÄNGT STILL IM SAND, SCHEINT DIE ZEIT KORN AUF KORN DAVONZUWEHEN. WIR SEHEN EINE TRAUERGEMEINSCHAFT, DIE VERSUCHT, NICHT DARAN ZU DENKEN, WORAN SIE DENKT. ZURÜCKGELASSENES KINDERSPIELZEUG LIEGT HERUM, EIN BLAUES HANDTUCH. SIE SCHWEIGEN. DIE ZEIT VERSTREICHT ZÄH.
FÜR DIE ERÖFFNUNGSINSZENIERUNG DES THEATER NEUMARKTS DER SAISON 25/26 FORMT PAULA LYNN BREUER AUS GUILLAUME POIXS INNEREN BÜHNENMONOLOG LE SILENCE, EINE PERFORMANCE, IN DER SIE UND DAS ENSEMBLÖ SICH DEN VERSCHRÄNKUNGEN VON ERINNERUNG, TRAUER UND SPRACHLOSIGKEIT WIDMEN. «ALLE TRAUERN ANDERS, ABER ALLE TRAUERN», ERHEBT SICH ALS MÖGLICHER LEITSATZ, DURCH DEN DAS VERHARRN DER VIER AM STRANDTAG GEBÜNDELT WERDEN KANN. SO SEHEN WIR SIE ALLZU OFT VON JÄHZORN ODER SCHAM BEZWUNGEN, SEHEN WIEDER UND WIEDER GESCHÄDIGTES IN GEWALT UMSCHLAGEN. GEFANGEN IN DEN RUINEN IHRER ERINNERUNGEN, DIE SIE NICHT LOSLASSEN KÖNNEN, UMSCHLIESST SIE EINE ORTLOSE TRAUER – EIN TOSENDES SCHWEIGEN, DAS KEINEN AUSBRUCH AUS JENEM TAG AM STRAND ERLAUBT.
VON DEM HANDTUCH, DAS NIE TROCKNET.
INMITTEN DIESER TRANCE SUCHEN PAULA UND ENSEMBLÖ IN DEN RUINEN VON GUILLAUMES STILLE DANACH, INWIEFERN MIT SCHMERZ UMGEGANGEN WERDEN KANN IN EINER MODERNEN WELT, DIE KEINE ZEIT MEHR FÜR TRAUER VORSIEHT. KEINE ALTARE MEHR AUS DEN VAKANTEN TRÜMMERN ZU ERRICHTEN VERMAG. SCHMERZ, EIGENTLICH SCHWÄCHE, INEFFIZIENZ NICHT MEHR GELEISTET WERDEN KANN.
GEMEINSAM WERDEN WIR UNS IN PAULAS INSZENIERUNG DEN KONSEQUENZEN EINER NEUEN TROSTLOSIGKEIT GEWAHR, FLANKIERT VON RIESIGEN, SCHWEIGENDEN LAUTSPRECHERN UND DEN STILLEN NAHAUFNAHMEN EINER KAMERA, WELCHE DIE FLÜCHTIGEN DETAILS INSTINKTIVER VERDRÄNGUNG ALS LANDSCHAFT DES VERLUSTS IN DIE WEITE DES STRANDES EINWEBT.

















